AUGEN ÖFFNEN - WEGE VERKNÜPFEN - BARRIEREN ÜBERWINDEN
Architektur im Unterricht als Teil eines nachhaltigen Bildungsprogramms
Realisierte Projekte im Rahmen der Gemeinschaftsinitiative URBAN II
sind nebenstehend aufgelistet.
Die gebaute Umwelt bestimmt unser tägliches Leben. Das Wohnhaus,
die Kindertagesstätte, die Schule, Straßen und Plätze
prägen unseren Alltag. Sie bewirken, dass wir uns in unserer
Stadt wohl fühlen oder dass wir uns nach einer anderen Umgebung
sehnen. Leider muss jedoch immer wieder festgestellt werden, dass
die Bürger im Verständnis der Entwicklung der Stadt und
der Betrachtung von Architektur wenig geschult sind.
Im Gegensatz zu Musik, Literatur und bildender Kunst, die in der Schule
unterrichtet werden, fehlen die einfachsten Wissensgrundlagen auf
diesem Gebiet.
Obwohl Architektur und Städtebau in den Curricula aller Schulzweige
und Klassenstufen aufgeführt werden, beschränkt sich der
Unterricht vielfach auf die Baugeschichte.
"Die architektonische Gestaltung, die Qualität der Bauwerke,
ihre harmonische Einpassung in die Umgebung, die Achtung vor der natürlichen
und der städtischen Landschaft sowie vor dem kollektiven und
dem privaten Erbe sind von öffentlichem Interesse." ( Erwägungsgründe
aus der Richtlinie des Rates der Europäischen Gemeinschaften
vom 10.Juni 1985)
Ziel ist es, den Kindern und Jugendlichen das "Sehen" und "Verstehen"
der gestalteten Umwelt nahe zubringen und das Denken in Zusammen-
hängen zu fördern.
Die Schüler werden schon in jungen Jahren zu einer kritischen
und konstruktiven Auseinander- setzung mit ihrem gebauten Lebensumfeld
angeregt und zur Identifikation mit ihrem Stadtteil geführt.
Nicht kleine Architekten und Städteplaner sollen herangebildet
werden, sondern mündige und für ihre Umgebung sensibilisierte
Bürger. Durch Kenntnis der Vorgänge und Verständnis
für die Probleme des Bauens und der Stadtgestaltung sollen in
der Bevölkerung kritische Partner für die Stadt- und Umweltplanung
heranwachsen.
In Workshops und Kursen werden die Fragen des Wohnens, des Wohnumfeldes,
der ökologischen und klimatischen Bedingungen von Siedlungen
und die Entwicklung der Städte dargestellt. Außerdem werden
der Bauablauf, die Bauberufe und deren handwerkliche Tätigkeiten
sowie die Berufsbilder der Architekten und Stadtplaner erläutert.
Über das Vermitteln des konkreten Berufsfeldes hinaus eröffnet
die Beschäftigung mit Architektur den Zugang zur Baukultur mit
ihrem interdiszi- plinären Charakter. Sie bietet einen unendlich
großen Spielraum für die Einbindung über den Kunstunterricht
hinaus in alle Fächer des Schul- alltags.
Alle Arbeiten einer Klasse oder eines Teams werden nach Beendigung
des Projektes in der Schule und in anderen Einrichtungen des Stadt-
teils ausgestellt.
Mit den von den Schülern und Schülerinnen erwor- benen Kenntnissen
kann das Thema Architektur in altersgerecht angebotenen Aufgabenstellungen
begleitend in den Unterricht einbezogen werden. Durch Bildung von
Arbeitsgruppen wird die Team- arbeit eingeübt und im Rollenspiel
werden demo- kratische Prozesse zum Ausgleich unterschied- licher
Interessen gefördert. Die Kommunikation zwischen den Projektbeteiligten
(Schülern, Studenten, Fachleuten, Lehrern, Behörden) wird
gefördert und nachvollziehbar. Kreative Impulse aus den Schülerarbeiten
werden für eine konkrete Umsetzung weiterentwickelt.
Die Sicht der Schüler auf ihren Stadtteil wird verändert,
die Mitarbeit bei Projekten in der Schule erzeugt eine andere Einstellung
zur eigenen Schule und deren Umgebung. Die Verantwortlichkeit der
Schüler für ihren Kiez wird gestärkt und so der Anonymität
und dem Vandalismus entgegengewirkt.


